Heute ist Schloss Trauttmansdorff in erster Linie wegen seiner herrlichen Gärten bekannt. Hier kann man eine Vielfalt an Blumen, Bäumen, Kräutern und Gewächsen bewundern. Das Schloss selbst kann auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken und beherbergt seit 2003 das Touriseum, das Südtiroler Landesmuseum für Tourismusgeschichte.

Auf dem Gelände des heutigen Schlosses entstand um 1300 die kleine Burg Neuberg. Diese wurde von der Adelsfamilie Trauttmansdorff 1543 erworben und erweitert. Leider starb diese Linie der Trauttmansdorffs aus und das Schloss verfiel bis ins 18. Jahrhundert. 1846 kaufte ein anderer Trauttmansdorff, nämlich Joseph von Trauttmansdorff die Burg und brachte sie wieder auf Vordermann. Seither wird die Anlage auch „Schloss Trauttmansdorff“ genannt. Nach seinem Ableben erbte Reichsritter Moritz von Leon (möglicherweise ein unehelicher Sohn Josephs) das Schloss. Das Schloss und die Stadt Meran wurden jedoch von einer Frau insbesondere berühmt gemacht, nämlich von Kaiserin Elisabeth (Sisi). Diese verbrachte 1870 mit ihren Töchtern Gisela und Marie Valerie einen Kuraufenthalt im Schloss. Die rasche Genesung Maria Valeries begründete den guten Ruf Merans als Kurstadt. 1889 hielt sich Elisabeth noch einmal im Schloss auf. Nach dem Verkauf an Friedrich von Deuster aus Kitzingen wurde das Schloss aufgestockt und Gärten angelegt. Im ersten Weltkrieg lag das Schloss inmitten der umkämpften Gebiete, nach dem Krieg wurde es von italienischer Seite enteignet von einem Hilfsfonds für Soldaten verwaltet und genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von der deutschen Wehrmacht genutzt, später fiel es wieder an den italienischen Hilfsfonds. Seit 1990 ist die Südtiroler Landesregierung für das Schloss Trauttmansdorff zuständig, die schließlich das Touriseum darin einrichtete. Dort kann man Genaueres über die 200-jährige Geschichte des Tourismus aus der Sicht von Reisenden und Bereisten erfahren.

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Im Außenbereich wurde der botanische Garten angelegt. Hier befinden sich Zwergsträucher, Ölbäume, Weinreben u.v.m., die Rhododendren-, Rosen- und Lavendelblüten verströmen einen herrlichen Duft. Auf zwölf Hektar liegen vier Zonen, die ineinander übergehen. In den Gärten sind Spazierwege angelegt, die durch Wasser- und Terrassengärten den Hang hinauf führen. Dort liegen der Sinnesgarten bzw. der Japanische Garten und die Halbwüste mit Sukkulenten (saftreiche Pflanzen wie z.B. Kakteen). Elf Pavillons wurden von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet und sind ebenso sehenswert wie die Voliere und die Multimediashow in der Grotte. 2005 wurde die Anlage als „Schönster Garten Italiens“ ausgezeichnet.
Ideal für einen Besuch ist die Zeit von März bis November.