Das spätgotische Kirchlein St. Magdalena befindet sich auf einem Hügel in der Ortschaft Mareit, wo es sich malerisch in die Landschaft einfügt. Es wurde von den Schneeberger Knappen errichtet. An dieser Stelle wurde bereits 1273 eine Kapelle urkundlich erwähnt, die jedoch bei einem Brand zerstört und später wieder aufgebaut wurde. Um 1480/81 ließen die Ridnauner Bergleute hier eine größere, reicher ausgestattete Kirche bauen. Daran lässt sich erkennen, dass der Bergbau in dieser Zeit eine Blüte erlebte. Durch die Vorkommen von Silber, Blei, Kupfer und Zinkblende wird im Ridnauntal seit prähistorischer Zeit nach Erzen geschürft. Der Wohlstand, der den Knappen im 15. Jahrhundert zuteilwurde, sollte sich in der Kirche widerspiegeln. Warum sie der hl. Magdalena geweiht ist und nicht etwa der hl. Barbara, der hl. Anna oder einer anderen Schutzheiligen der Bergleute ist unklar. Vermutlich wurde aber die hl. Magdalena als Patronin von der vorher an dieser Stelle befindlichen Kirchen übernommen.

Kunsthistorisches Herzstück der Kapelle sind die vier spätgotischen Altäre. Auf die Zeit der Kirchenweihe geht der Altar vom Sterzinger Hans Harder zurück, dessen Darstellung der Magdalena ein seltenes Beispiel für einen Einfigurenschrein ist. Der Hochaltar wurde vom Sterzinger Mattheis Stöberl Anfang des 16. Jahrhunderts geschaffen. Dargestellt ist die Himmelfahrt der Kirchenpatronin Magdalena, flankiert wird sie von den Bergbauheiligen Georg (mit Schwert) und Laurentius (mit Rost). Zu ihren Füßen sind die Stifter des Altars in Bergmannstracht zu sehen. Außen befinden sich weitere Malereien, die Schutzheilige der Bergleute und andere sakrale Motive zeigen. Im Jahr 1861 wurde der Altar neu gefasst. In der Kapelle befinden sich dazu noch zwei spätgotische Seitenaltäre aus dem Jahr 1526.
Insbesondere durch ihre schöne Lage inmitten der herrlichen Berglandschaft ist die Knappenkapelle auch von außen sehenswert und ein ideales Ziel für Spaziergänge und Kulturwanderungen.

Besichtigungen sind von Mai bis Oktober montags von 16.00 bis 17.00 Uhr, im Juli und August zusätzlich freitags von 10.00 bis 11.00 Uhr möglich.