Diese uralte Nord-Süd-Transitroute über die Alpen hat das Tal auch seit jeher geprägt und neben Wohlstand vor allem kulturellen Reichtum gebracht. Wer also das Eisacktal nur als reine Transitstrecke sieht, der versäumt eines der landschaftlich und kulturell reizvollsten Alpentäler, ja, eine der schönsten Uraubsregionen Europas überhaupt. Eine Region, die zu jeder Jahreszeit eine Reise wert ist und von Aktivsport bis zum kulinarischen Hochgenüssen alles bietet!

Rund 80 km lang ist das Tal mit einer Seehöhe von rund 300 m bis zu 1.374 m am Brennerpass und über 3.500 m auf den höchsten Gipfeln der umgebenden Gebirge. Das Eisacktal ist eine Landschaft reizvoller Gegensätze. Wer Abwechslung und Vielfalt sucht, Individualität und neue Perspektiven, der ist hier richtig!

Am Oberlauf des Eisack ist das Tal noch eng und wird von den mächtigen Berggipfeln der Stubaier und Zillertaler Alpen flankiert. Hauptort des Wipptales, wie das Eisacktal hier auch genannt wird, ist Sterzing. Die Fuggerstadt erlebte ihre Blütezeit einst als Verwaltungszentrum des gesamten Bergbaus in der Region, der ja bis ins 20. Jahrhundert der wichtigste Wirtschaftszweig war. Heute ist Sterzing eine schmucke Kleinstadt mit schönem mittelalterlichem Zentrum. Das Wipptal mit seinen romantischen Seitentälern, dem Ratschingstal, dem Pflersch- und dem Pfitscher Tal, ist ein Ski- und Langlaufparadies. Die Skigebiete Rosskopf, Gossensass-Ladurns und Ratschings-Jaufen und das Langlaufzentrum Ridnaun bieten jede Menge Wintersportvergnügen. Im Sommer sind die Alpentäler ein wunderbares Revier zum Wandern, Bergsteigen, Klettern und Mountainbiken. An die große Berbautradition erinnert noch die fantastische BergbauWelt Schneeberg im Ridnauntal.

bergwerk

Unterhalb von Sterzing rücken die Berge noch näher an den Eisack heran. An einer Talenge nördlich von Brixen bewacht die mächtige Franzensfeste die Route über den Brenner. Auch heute noch ist diese Festungsanlage aus dem frühen 19. Jahrhundert – die allerdings schon bald nach ihrer Erbauung militärisch überholt und nutzlos war – überaus beeindruckend und ein beliebtes Ausflugsziel. Hier, beim Schabs, zweigt auch das wunderschöne Pustertal nach Osten ab. Am Fuße des Apfelhochplateaus von Natz-Schabs schmiegt sich das prächtige Kloster Neustift in die Landschaft.

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Noch ein kleines Stück flussabwärts liegt die Bischofsstadt Brixen mit ihrem berühmten Dom, der Hofburg und der stimmungsvollen Altstadt. Hier weitet sich das Tal, Kastanienhänge und Weinreben säumen nun die Hänge. Über Jahrhunderte gewachsene und gepflegte Kulturlandschaften prägen das Bild, auch der Einfluss des milden, mediterranen Klimas ist hier bereits deutlich spürbar.
Die beschaulichen Ferienorte, Feldthurns, Villanders oder Barbian, liegen meist ein wenig über dem Talgrund in sonniger Hanglage. Direkt am Eisack wacht das Künstlerstädtchen Klausen, das auch als „Törggelenhauptstadt Südtirols“ gilt. Hoch über Klausen thront das alte Kloster Säben, einst Bischofssitz und heute noch viel besuchter Wallfahrtsort. Die vielen Burgen und Schlösser zu beiden Seiten des Tales künden von der Bedeutung der Handelswege, die hier entlang führten.

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Richtung Osten geht es zu zwei der beliebtesten Urlaubsziele, ins Villnösstal und ins Grödnertal. Die „Bleichen Berge“, die Dolomiten, flankieren hier den Eisack, das beeindruckende Schlernmassiv mit seinen mächtigen Felswänden beherrscht das Tal wie eine riesige Festung. Gegenüber markiert der Ritten die letzte Engstelle, bevor sich das Tal ins Bozener Becken öffnet.